LeanCon (Lean Construction)

Produktivität steigern, Prozesse effizient planen, frühzeitig kooperieren und dadurch
Verschwendung vermeiden, das sind Ziele von Lean Construction, das HOCHTIEF eingeführt hat.
Vorbild für Lean Construction ist die Automobilindustrie, die nach dem Kaizen-Prinzip
arbeitet. Kaizen (japan. Veränderung zum Besseren) ist ein Management-Konzept, bei dem die
Mitarbeiter schrittweise Produkte und Dienstleistungen optimieren. Mittlerweile wird Lean
Construction nicht mehr nur in der Fertigung und Montage, sondern in allen Arbeitsbereichen von
den verschiedenen Industrien und Unternehmen eingesetzt.
Handlungsfelder bei HOCHTIEF
Die Ziele von Lean Construction werden durch Kaizen innerhalb des Kontinuierlichen
Verbesserungsprozesses (KVP,) erarbeitet. Zu Beginn des KVP bei HOCHTIEF untersuchte ein
fachübergreifendes Team, wo und warum Mängel auftreten. Sie erarbeiteten die
vier Themenschwerpunkte Planung, Arbeitsvorbereitung, Baustelle/Nachunternehmer
und Qualität. Das Ergebnis: Mängel treten häufig dann auf, wenn der Arbeitsprozess nicht genügend
vorbereitet ist. Genau das soll Lean Construction im Unternehmen ändern.
Lean-Management
Nach der Zielvorgabe durch die Unternehmensführung werden die notwendigen Veränderungen
der Arbeitsabläufe, so der Grundgedanke von KVP, von den Mitarbeitern selbst erarbeitet. Im
Gegensatz zu einem neu eingeführten Innovationsprodukt läuft die Verbesserung bei Kaizen
schrittweise ab. Wenn eine Veränderung zum Standard geworden ist, wird die nächste in
Angriff genommen. Schlanke Unternehmen im Sinne von LeanCon stellen dabei den Wertschöpfungsprozess
in den Mittelpunkt, indem sie die Prozesse am Ort des Geschehens der Baustelle strukturieren
und stabilisieren. Jeder Arbeitsschritt wird dafür exakt geplant.
Verbesserung der Prozess-Qualität
"Prozess-Qualität" steht damit auch als Synonym für Wirtschaftlichkeit, Produktqualität, Termineinhaltung,
Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.
Vom Ausgangsniveau ausgehend verbessern wir uns dadurch, dass wir einerseits voneinander lernen, andererseits von
anderen lernen. Dies geschieht parallel und ist ein kontinuierlicher Prozess.
Verschwendung vermeiden
Für Lean Construction gilt es, Verschwendungen wie Wartezeiten, Fehlerreparaturen oder zu hohe
beziehungsweise zu niedrige Bestände zu vermeiden. Demnach sind alle Tätigkeiten Verschwendung,
die nicht der Wertschöpfung im Sinne des Kunden dienen. Keine Arbeit soll doppelt oder unnötig
erfolgen. Beim Lean-Management in der Bauindustrie greift dieselbe Fünf-R-Regel wie bei der
schlanken Autoproduktion: Das richtige Teil muss in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt
und in der richtigen Menge am richtigen Ort sein.
Im Takt planen
Beim Lean-Management spielt das Taktprinzip eine große Rolle. In der Automobilfertigung wird dabei
ein Fahrzeug im festen Rhythmus von einer Arbeitsstation zur nächsten gezogen. In der Bauindustrie
könnte ein Takt beispielsweise drei Tage betragen. So erhält in jedem Los, einem
Geschoss etwa, jeder Nachunternehmer ein festes Zeitfenster, in dem er allein arbeiten kann. Die
Materialien können pünktlich bereitgestellt werden und die Gewerke kommen sich nicht in die Quere.
Das zielt auch auf das Qualitätsmanagement, das mit KVP verbessert werden soll. Für alle
Bauprojekte werden die Risiken frühzeitig definiert und vereinbart: wer, was, wann im Projektverlauf
kontrolliert.
Zeitnahe Logistik
Die Just-in-Time-Lieferung ist ebenfalls ein wichtiger Punkt von Lean Construction. Wie der Gewerkefluss
im Takt mit der Baulogistik Kranstandorte und Transportwege zum Beispiel übereinstimmt,
ist mit Hilfe von
virtuellen Visualisierungstechniken
planbar. Teil der Arbeitsvorbereitung ist auch,
Terminpläne zu standardisieren und für einen regelmäßigen Soll-Ist-Vergleich
des Arbeitsfortschritts zu sorgen.
Nachunternehmer einbinden
Im Baubetrieb arbeiten das Team der Arbeitsvorbereitung mit der Bauleitung und den Nachunternehmern vor
Ort zusammen. Das heißt zum einen, dass Nachunternehmer schon früh als Partner ins Projekt
einbezogen werden. Eine enge Zusammenarbeit nach dem Vorbild der Automobilindustrie stabilisiert den
Prozessablauf und erhöht die Chance auf gemeinsame Einsparpotenziale. Zum anderen steht die
zuverlässige Information der Beteiligten im Mittelpunkt. Wenn Terminplaner und Projektleiter
zusammenarbeiten, erkennt die Projektleitung frühzeitig terminliche Abweichungen und kann darauf
reagieren.
Projektbeispiele
HOCHTIEF Construction hat umfangreiche Erfahrungen mit der Umsetzung der Lean Philosophie im Bauablauf von
Hochbau-Projekten gesammelt.
An verschiedenen Hochbau-Pilotprojekten von HOCHTIEF Construction wird getestet, wie sich der Projektverlauf
effizienter gestalten lässt und wie Fehlerquellen von vornherein ausgeschaltet werden. Unterstützt
werden die Baustellen-Teams dabei von den Kollegen der Einheit Lean Construction.
Gartenstadt Bingen
Direkt am Rhein errichtete die Niederlassung Rhein-Main
26 hochwertige Eigentumswohnungen sowie
eine Tiefgarage mit
41 Stellplätzen. Das Projekt ist ein vorgezogener Bauabschnitt
für eine Wohnsiedlung, die zum künftigen Landesgartenschaugelände gehört.
Freiherr-vom-Stein-Schule (FvS), Frankfurt am Main
In der Nähe des Südbahnhofs errichten die Niederlassungen PPP und Frankfurt den Neubau der FvS- Schule. Seit
Sommer 2009 ist das 1909 gegründete Gymnasium die modernste und eine der bestausgestatteten Schulen Frankfurts.
Während der Abrissarbeiten des ehemaligen und dem Aufbau des neuen Gebäudes wurde ein provisorisches
Schulgebäude aus Containern zur Verfügung gestellt. HOCHTIEF plant, baut, saniert und betreibt das neue
Gebäude und vermietet es bis 2029 an die Stadt Frankfurt als Teil eines PPP-Projekts, das vier Schulen in der
Mainmetropole umfasst.
Uferpalais, Essen-Kettwig
Beim Uferpalais verbinden die Einheiten formart NRW und Wohnungsbau West moderne Wohnqualität mit historischem
Baustil. In einer ehemaligen Tuchfabrik entstehen in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde
36 hochwertige
Eigentumswohnungen und PKW-Stellplätze. Im Herbst 2010 werden die am Wasser und nahe der attraktiven Kettwiger
Altstadt gelegenen Objekte bezugsfertig sein.
Hafenspitze, Düsseldorf
Bis 2010 realisieren die Niederlassungen Rohbau/Industriebau und NRW an imposanter Stelle im Düsseldorfer Medienhafen
ein modernes Gebäudeensemble. Auf einer Hafeninsel entstehen auf einer komplexen Spezialtiefgründung ein
Fünf-Sterne-Hyatt-Hotel mit
300 Zimmern auf
19 Geschossen, ein 17-geschossiges
Bürohochaus sowie ein sechsgeschossiger Flachbau mit Büroflächen.
Emporio, Hamburg
Als Generalunternehmer realisiert die Niederlassung Hamburg bis 2011 das Innenstadtquartier "Emporio". Bereits in der
Planungsphase war HOCHTIEF Construction involviert. Das 138-Millionen-Euro-Projekt rund um das ehemalige Unilever-Hochhaus
wurde gemeinsam mit dem Auftraggeber nach dem partnerschaftlichen Geschäftsmodell PreFair optimiert. In dem Neubau
entstehen Büro- auch Gewerbeflächen, Wohnungen und ein Hotel mit
325 Zimmern. Das bestehende 90
Meter-Hochhaus steht unter Denkmalschutz. HOCHTIEF Construction wird es entkernen und um zwei Etagen aufstocken. Parallel
wird am Neubauteil gearbeitet. Die oberirdische Nutzfläche beider Gebäudeteile beträgt zusammen zirka
60 000 Quadratmeter.
Tower 185, Frankfurt am Main
Zwischen Frankfurter Messe, Hauptbahnhof und Bankenviertel erweitert die Einheit Rohbau/Industriebau die Frankfurter Skyline um
den spektakulären
Tower 185. Der 50-stöckige Turm wird mit
185 Meter Höhe eines der
höchsten Gebäude in Deutschland. HOCHTIEF Construction erstellt für
60 Millionen Euro den Rohbau.
Das Gebäude bietet ab Frühjahr 2011 auf etwa
100 000 Quadratmetern Mietfläche neben Geschäfts-
und Konferenzräumen auch Einzelhandels- und Gastronomieflächen.
An St. Magdalenen, Köln
Im Kölner Süden errichten die Einheiten formart NRW und Wohnungsbau West das hochwertige Wohungsbauprojekt "An St.
Magdalenen". Das Bauträger-Projekt besteht aus
60 Wohnungen und einer Tiefgarage.
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